Recycling-Sack
Sac de Recyclage
Sacco di Riciclaggio

IG Recycling-Sack
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Der Recycling-Prozessablauf

In dieser Darstellung wird der Ablauf des Recycling-Prozesses erläutert. Klicken Sie sich mit den Pfeiltasten am rechten Rand durch die einzelnen Teilprozesse.


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Konsument / Haushalt: Das Produkt wird gekauft, gebraucht und die Verpackung wird zu Abfall, gesammelt im 35 Liter «Recycling-Sack»

Konsument / Haushalt: Das Produkt wird gekauft, gebraucht und die Verpackung wird zu Abfall, gesammelt im 35 Liter «Recycling-Sack»

Ein Kunde kauft im Detailhandel ein Produkt, etwa ein Shampoo in einer Kunststoff-Flasche oder ein Orangensaft in einem Getränkekarton. Für das Produkt, bzw. den Inhalt, erfüllt die Verpackung dabei hauptsächlich die folgenden Zwecke:

  • Schutz des Inhalts gegenüber Umwelteinflüssen (biologisch, physikalisch oder chemisch)
  • Sicherer und Platz sparender Transport, optimale Lagerung und Portionierung des Produkts
  • Information über das Produkt (Etikette, Aufdruck auf der Verpackung)

Nach dem Kauf wird das Produkt konsumiert, danach verliert die Verpackung ihren eigentlichen Zweck – sie wird zu Abfall. Mit dem «Recycling-Sack» können nun die zu Abfall gewordenen Kunststoff-Flaschen und Getränkekartons (zum Beispiel von Tetra Pak) bequem zu Hause gemeinsam gesammelt werden. Weitere Infos finden sich hier.

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Öffentliche Sammelstelle: Abgabe des «Recycling-Sacks» durch den Konsumenten an der Sammelstelle der Gemeinde oder beim Entsorger

Öffentliche Sammelstelle: Abgabe des «Recycling-Sacks» durch den Konsumenten an der Sammelstelle der Gemeinde oder beim Entsorger

Der «Recycling-Sack», bzw. die gemeinsam gesammelten Kunststoff-Flaschen und Getränkekartons, werden an einer öffentlich zugänglichen und meistens bewachten Sammelstelle zurückgebracht. Dies kann die zentrale Sammelstelle einer Gemeinde oder jene eines privaten Entsorgerunternehmens sein. Was es bei der Abgabe zu beachten gilt, finden Sie hier. Der entsprechende Sammelort für den «Recycling-Sack» ist mit dem gut sichtbaren roten Logo an der Sammelstelle gekennzeichnet (roter Punkt mit weissem R).

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Entsorger / Transporteur 1: Transport der zentral gesammelten Säcke, von der Sammelstelle zum Entsorger

Entsorger / Transporteur 1: Transport der zentral gesammelten Säcke, von der Sammelstelle zum Entsorger

In einem ersten Transport wird das gesammelte Material zum Entsorgungsunternehmen (Logistiker, Transporteur) gebracht. Für diesen Transport werden die Säcke entweder direkt, in einer Mulde oder in einem Container auf dem Fahrzeug transportiert. Der Entsorger freut sich über jeden gut zusammengebundenen «Recycling-Sack». Das Handling wird dadurch deutlich vereinfacht.

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Entsorger; Aufbereitung des Materials: Zwischenlagerung, Entfernung der Säcke, Verdichtung des Sammelgutes zu Ballen

Entsorger; Aufbereitung des Materials: Zwischenlagerung, Entfernung der Säcke, Verdichtung des Sammelgutes zu Ballen

Beim Entsorger wird das gesammelte Material abgeladen und, falls notwendig, kurz zwischengelagert. Bevor das Sammelgut im «Recycling-Sack» verdichtet (Presse) werden kann, muss der eigentliche Sack, d.h. also die Folie, entfernt werden. Diese würde den weiteren Sortier- und Verwertungsprozess erheblich stören. Diese Sackfolie kann dann als eigene, saubere Folienfraktion dem separaten Recycling zugeführt werden.

Der Sackinhalt, also die gemeinsam gesammelten Kunststoff-Flaschen und Getränkekartons, wird anschliessend über eine so genannte Ballenpresse verdichtet. Die Presskraft einer Ballenpresse entspricht dabei einer Gewichtskraft von 40-80 Tonnen. Damit die gepressten Verpackungen kompakt bleiben und nicht wieder auseinander fallen, werden die Ballen mit Stahldraht abgebunden.

Mit diesem Verdichtungsvorgang kann das Sammelgut später in effizienterer Weise transportiert werden, da nun in einem Kubikmeter Material statt nur rund 30-35 kg gleich mehrere hundert Kilogramm enthalten sind.

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Entsorger / Transporteur 2: Transport der Ballen zum Sortierwerk

Entsorger / Transporteur 2: Transport der Ballen zum Sortierwerk

Allenfalls werden die Ballen nochmals eine kurze Zeit zwischengelagert, bis eine genügend grosse Menge vorhanden ist, um den Weitertransport optimal auslasten zu können. Die Ballen werden danach ins Sortierwerk nach Frauenfeld TG transportiert.

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Sortierwerk: Öffnung der Ballen und Vereinzelung der gepressten Verpackungen (Materialaufbereitung), Sortierung nach Materialtypen/-arten, erneutes Verpressen der sortenrein getrennten Materialfraktionen zu Ballen.

Sortierwerk: Öffnung der Ballen und Vereinzelung der gepressten Verpackungen (Materialaufbereitung), Sortierung nach Materialtypen/-arten, erneutes Verpressen der sortenrein getrennten Materialfraktionen zu Ballen.

Im Sortierwerk wird der Ballen in einem ersten Schritt geöffnet, die Stahldrähte entfernt und in einem Ballenbrecher in seine Komponenten vereinzelt. Die gesammelten Verpackungen liegen nun also wieder einzeln vor. Das Sammelgut wird anschliessend von allfällig vorhandenen und unerwünschten metallischen Bestandteilen befreit (Magnetabscheider) und dann über einen so genannten Ballistiksichter mechanisch vorsortiert. Dabei werden grössere flächige Anteile (z.B. Folien) aus dem Sammelgut aussortiert.

Es folgt die Entfernung von Kleinteilen, etwa von Deckeln, mittels einem Scheibensieb. Danach wird das vorgereinigte Sammelgut über Förderbänder zu den eigentlichen optischen Sortiermodulen weitertransportiert. Diese Sortiermodule funktionieren mittels Nah-Infrarot (NIR) und erfassen zuerst von jeder einzelnen Verpackung die materialspezifische Lichtreflexion. Mit dieser Messung kann eine Verpackung sicher und eindeutig einerseits als Kunststoff-Flasche oder als Getränkekarton erkannt werden. Andererseits kann damit aber auch gleichzeitig der spezifische Kunststofftyp bestimmt werden. Sechs verschiedene, hintereinander angeordnete Sortiermodule sind im Verlauf des ganzen Sortierprozesses für die Erkennung eines spezifischen Materialtyps «zuständig». Die Auswertung der reflektierten Lichtwellen entscheidet somit darüber, ob die Verpackung sofort aussortiert oder zum nächsten Sortiermodul weiterbefördert wird. Die eigentliche Aussortierung erfolgt pneumatisch mit einem Luftstoss aus einer Düse, wodurch die einzelne Verpackung in ein separates Behältnis ausgeblasen bzw. gespickt wird. Jedes der sechs Module kann pro Sekunde rund 50 Verpackungen analysieren, erkennen und aussortieren.

Am Ende der Sortierung werden Verpackungen, die trotzdem nicht erkannt und so durch die Sortiermodule «hindurch gerutscht» sind, noch manuell aussortiert. Dadurch erhält man eine noch höhere Qualität der einzelnen Fraktionen. Nach dem Sortierprozess werden die sortenreinen Materialfraktionen getrennt voneinander erneut zu Ballen verdichtet.

Aufgrund der beschriebenen Eigenschaften dieser High-Tech-Anlage können die beiden Verpackungstypen, Kunststoff-Flaschen und Getränkekartons, gemeinsam im «Recycling-Sack» gesammelt werden.

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Entsorger / Transporteur 3: Transport zum Verwertungsbetrieb

Entsorger / Transporteur 3: Transport zum Verwertungsbetrieb

Die wieder zu Ballen gepressten sortenreinen Materialfraktionen werden nun zu einem Verwertungsbetrieb transportiert. Für die Kunststoff-Flaschen sind verschiedene Absatzwege möglich, die Getränkekartons gehen zur Papierfabrik der Model AG in Weinfelden TG.

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Verwertungsbetrieb: Kunststoff-Flaschen: Kunststoff-Flaschen: Öffnung der Ballen, Zerkleinerung und Reinigung des Materials, Nachsortierung, Aufschmelzung und Herstellung von Regranulat; Getränkekarton: Öffnung der Ballen, Beigabe in den Pulper, Aufarbeitung der Kartonfasern, Beigabe zum Papier- bzw. Kartonherstellungsprozess.

Verwertungsbetrieb: Kunststoff-Flaschen: Kunststoff-Flaschen: Öffnung der Ballen, Zerkleinerung und Reinigung des Materials, Nachsortierung, Aufschmelzung und Herstellung von Regranulat; Getränkekarton: Öffnung der Ballen, Beigabe in den Pulper, Aufarbeitung der Kartonfasern, Beigabe zum Papier- bzw. Kartonherstellungsprozess.

Als erster Verarbeitungsschritt beim Verwertungsbetrieb müssen die Ballen wieder geöffnet und vereinzelt werden. Danach sind für Kunststoff-Flaschen und Getränkekartons unterschiedliche Arbeitsschritte notwendig.

Die Kunststoff-Flaschen, welche in sortenreiner Qualität vom Sortierwerk angeliefert wurden, werden zuerst zu «Flakes» geschreddert (klein geschnitten), dann gewaschen und in einem speziellen «Flake-Sorter» nochmals nachsortiert. Daraufhin folgt der Granulierungsprozess, bei welchem die Kunststoff-Flakes eingeschmolzen und zu gleichmässig grossen Kügelchen, dem «Granulat» bzw. «Regranulat» (weil aus rezykliertem Material), verarbeitet werden. Dieser Prozess ist unter anderem dafür notwendig, um eine sehr homogene Grundmasse für die Weiterverarbeitung zu erhalten (etwa punkto Materialbeschaffenheit oder Farbe).

Bei den Getränkekartons erfolgt die Aufbereitung sehr ähnlich wie die bestehende Verwertung von Altpapier oder Altkarton. Die Verpackungen werden als Ganzes in einem Wasserbad, dem Pulper, während rund zehn Minuten unter kräftigem Rühren und ohne chemische Zusätze aufgeweicht. Dabei trennen sich die einzelnen Komponenten der Verbundverpackung (Karton, Kunststoff- und Aluminiumfolie) voneinander. Die Kartonfasern (Cellulose) reichern sich im Wasser an und können so aus dem Pulper ausgetragen, bzw. separiert werden.

Die übrigbleibenden Verpackungskomponenten Polyethylen (Folie und Verschlüsse) und Aluminium (Folie), «Reject» genannt, werden ebenfalls aus dem Pulper entfernt und lassen sich später thermisch verwerten. Grundsätzlich gibt es Verfahren, auch den Reject stofflich zu verwerten, diese werden in der Schweiz jedoch noch nicht eingesetzt.

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Einsatz im Sekundärmarkt: Absatzkanäle für und Produkte aus Sekundärmaterial

Einsatz im Sekundärmarkt: Absatzkanäle für und Produkte aus Sekundärmaterial

Das hergestellte Kunststoff-Regranulat lässt sich wieder zu den verschiedensten Produkten weiterverarbeiten. Dazu müssen die Regranulat-Kügelchen wieder aufgeschmolzen werden. Eine Möglichkeit ist, dass im so genannten Extursionsblasform-Verfahren daraus neue Kunststoff-Flaschen hergestellt werden. Unter ausschliesslicher Verwendung von Regranulat lässt sich somit zum Beispiel wieder eine neue Shampoo-Flasche herstellen. Die Entwicklung ist in diesem Bereich aber noch nicht soweit fortgeschritten, dass das Regranulat aus Kunststoff-Flaschen wieder bei der Herstellung neuer Flaschen für den Lebensmittelbereich eingesetzt werden kann (aufgrund von Hygienerichtlinien). Möglich ist es jedoch für beispielsweise Reinigungs- oder Pflegemittel-Flaschen. Alternativ dazu können mit dem Regranulat aber auch andere Produkte, wie z.B. Kunststoff-Rohre oder Tragtaschen, hergestellt werden.

Die Kartonfasern aus den Getränkekartons finden bei der Model AG wieder Verwendung in der Herstellung diverser Karton-Rohprodukte. Dabei wird aus den Fasern beispielsweise Wellkarton für Schachteln oder Kartonhülsen hergestellt. Die im Recyclingprozess aufbereiteten Fasern eines Getränkekartons dürfen noch nicht wieder für die Herstellung neuer Getränkekartons eingesetzt werden, dies vorwiegend wegen Hygienevorgaben. Umso mehr macht es Sinn, die in einem Getränkekarton enthaltenen Primärfasern in neuen Produkten wieder zu verwenden, anstatt sie zu verbrennen.


Über den gesamten Recyclingprozess hinweg kommt es stets zu kleineren Materialverlusten. Trotzdem lohnt sich dieser Weg als Alternative zu einer thermischen Verwertung bzw. Verbrennung, da mit dem Recycling (stoffliche Verwertung) die Rohstoffe über einen gewissen Zeitraum in einem Kreislauf gehalten werden können, bevor sie unwiderruflich entsorgt und vernichtet werden. In diesem Zusammenhang wird auch von einer «Kaskadennutzung» und «Kreislaufschliessung» gesprochen.

Die zahlreichen einzelnen Prozessschritte können auch beim Recycling energieaufwändig sein. Ein Recyclingprozess schneidet in ökologischer Hinsicht im Vergleich zur thermischen Verwertung trotzdem besser ab. Dies konnte in Ökobilanzen immer wieder gezeigt werden.